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Ereignisgesteuerte Prozessketten - Überblick

Überblick

Mit Ereignisgesteuerten Prozessketten kann man Geschäftsprozesse einer Organisation darstellen. Dabei wird im Besonderen auf eine übersichtliche und intuitiv verständliche Visualisierung des Ablaufes Wert gelegt. Eine Ereignisgesteuerte Prozesskette besteht im Wesentlichen aus Prozessschritten und Ereignissen. Prozessschritte repräsentieren Arbeitsschritte in einem Prozess und Ereignisse repräsentieren Zustände oder Ereignisse innerhalb des Ablaufs. Ereignisgesteuerte Prozessketten sind bipartite Graphen, was bedeutet, dass immer nur zwei Planelemente unterschiedlichen Types miteinander verbunden werden können. Es kann also beispielsweise keine Verbindung zwischen zwei Prozessschritten geben. Prozessschritte und Ereignisse werden durch den Kontrollfluss miteinander verbunden.

Planelemente

Zuständigkeit


Zuständigkeiten zeigen, welche Posten an den hinterlegten Prozessschritten beteiligt sind. Es gibt die Zuständigkeiten Fachfunktion, Organisationseinheit und Anwendung.

Prozessschritt

Prozessschritte sind Arbeitschritte in einer Prozesskette.

Ereignis

Ereignisse repräsentieren ein Ereignis oder einen Zustand in einem Ablauf. Jeder Ablauf in einer Ereignisgesteuerten Prozesskette startet und endet immer mit einem Ereignis.

Prozess

Prozesse sind semantisch gesehen genau das gleiche wie Prozessschritte. Dies ist auch an der Ähnlichkeit der beiden Planelementsymbole zu erkennen. Der Prozess gibt aber noch zusätzlich an, dass er in einem anderen Plan verfeinert wird. So könnte, der Prozess Artikel-Produktion noch in einem weiteren Plan verfeinert werden, so dass dieser Vorgang dort detailierter beschrieben ist.
Um diese Verfeinerung anzulegen gehen Sie wie folgt vor:

  1. Legen Sie eine neue Ereignisgesteuerte Prozesskette an.
  2. Nennen Sie diesen am besten wie den zu beschreibenden Prozess.
  3. Sobald Sie sich im Editiermodus befinden, ziehen Sie den gewünschten Prozess aus dem Repository in Ihren Plan.
  4. Nun vergrößern Sie das erhaltene Element so, dass Sie die komplette Verfeinerung innerhalb des Prozesses unterbringen können.
  5. Modellieren Sie die Verfeinerung innerhalb des Prozesses.
  6. Nun können Sie von dem ursprünglichen Plan aus durch einen Klick auf die Unterelemente des Prozesses im Repository zur Verfeinerung navigieren.

Speicher

Das Speicher-Element repräsentiert eine passive Komponente der Prozesskette. Prozesse können daraus Informationen lesen oder hineinschreiben. So lassen sich zusätzliche Informationen wie verwendete Daten, unterstützende Systeme oder erzeugte Dateien im Modell abbilden.

UND-Verteiler und UND-Verknüpfung

Die Schablonen UND-Verteiler und UND-Verknüpfung kennzeichnen eine Parallelisierung im Ablauf. Dies bedeutet, dass die Prozessschritte, die in den Ablaufsträngen hinter einem UND-Verteiler stehen, zur selben Zeit unabhängig voneinander ausgeführt werden.
Die UND-Verknüpfung ist die entgegengesetzte Operation zum UND-Verteiler und vereint die parallelen Stränge wieder.
Im Beispiel tritt ein Ereignis ein, durch das ein Unternehmen neue Artikel produzieren muss. Daraufhin muss zum Beispiel Material eingekauft und ein Produktionsplan erstellt werden. Diese Arbeitsschritte stehen in keinerlei Abhängigkeit und können zur gleichen Zeit ausgeführt werden. Nachdem sie durchgeführt wurden, werden die beiden Kontrollflüsse wieder zu einem Kontrollfluss zusammengeführt.
In einem wohlstrukturierten Ablaufplan ist darauf zu achten, dass immer nur Paare von UND-Verteiler und UND-Verknüpfung gemeinsam auftreten.

ODER-Verteiler und ODER-Verknüpfung

Die Schablonen ODER-Verteiler und ODER-Verknüpfung kennzeichnen eine Fallunterscheidung im Ablauf. Dies bedeutet, dass die Ereignisse, die in den Ablaufsträngen hinter einem ODER-Verteiler stehen, Alternativen sind. Dabei muss mindestens eines der Ereignisse eintreffen. Es können aber auch mehr als ein Ereignis eintreffen.
Die ODER-Verknüpfung ist die entgegengesetzte Operation zum ODER-Verteiler und vereint die alternativen Stränge wieder.
Im Beispiel muss ein Unternehmen auf eine Bestellung reagieren. Dabei wurden Artikel bestellt, die momentan nicht vorhanden sind. Das Unternehmen kann diese Artikel nun entweder neu produzieren oder sie von einem Drittanbieter beziehen oder aber beide Optionen wahrnehmen, so dass die Bestellung bearbeitet werden kann. Nach der Entscheidung werden die Kontrollflüsse wieder zusammengeführt und die bestellten Artikel werden versandt.
Einer Fallunterscheidung muss immer eine Entscheidung vorrausgehen, da aufgrund dieser das folgende Ereignis eintritt. Da eine Entscheidung aber immer ein Prozessschritt ist, ist es nicht möglich eine Fallunterscheidung hinter einem Ereignis zu platzieren. Eine Fallunterscheidung kann also immer nur auf einen Prozessschritt folgen.
In einem wohlstrukturierten Ablaufplan ist darauf zu achten, dass immer nur Paare von ODER-Verteiler und ODER-Verknüpfung gemeinsam auftreten.

XOR-Verteiler und XOR-Verknüpfung

Die Schablonen XOR-Verteiler und XOR-Verknüpfung kennzeichnen eine exklusive Fallunterscheidung im Ablauf. Dies bedeuetet, dass die Ereignisse, die in den Ablaufsträngen hinter einem XOR-Verteiler stehen, Alternativen sind. Im Gegensatz zu ODER-Verteiler und ODER-Verknüpfung ist es jedoch nicht möglich, dass mehrere dieser Optionen ausgeführt werden. Es handelt sich also um ein exklusives oder auch ausschließendes Oder.
Die XOR-Verknüpfung ist die entgegengesetzte Operation zum XOR-Verteiler und vereint die alternativen Stränge wieder.
Im Beispiel überprüft ein Unternehmen nach einer Bestellung die Verfügbarkeit von Artikeln. Dabei können die Artikel entweder vorhanden oder nicht vorhanden sein. Im Falle nicht vorhandener Artikel müssen diese neu produziert werden. Nach der Fallunterscheidung werden die Kontrollflüsse wieder zusammengeführt und die bestellten Artikel können versandt werden.
Einer Fallunterscheidung muss immer eine Entscheidung vorrausgehen, da aufgrund dieser das folgende Ereignis eintritt. Da eine Entscheidung aber immer ein Prozessschritt ist, ist es nicht möglich eine Fallunterscheidung hinter einem Ereignis zu platzieren. Eine Fallunterscheidung kann also immer nur auf einen Prozessschritt folgen.
In einem wohlstrukturierten Ablaufplan ist darauf zu achten, dass immer nur Paare von XOR-Verteiler und XOR-Verknüpfung gemeinsam auftreten.

Planelementbeziehungen

Enthaltensein

Enthaltensein Ein Planelement, das ein anderes graphisch beinhaltet, gilt auch inhaltlich als Behälter dieses Elementes.
Im Beispiel wird dieses Verhalten genutzt, um die Zuständigkeit für einen Prozessschritt darzustellen. Die "Kundenverwaltung" ist verantwortlich für die Ausführung des Prozessschrittes "Kundendaten suchen".

Kausalität

Kausalitä Ein Kontrollfluss erzeugt Kausalitätsbeziehungen zwischen Prozessschritten, Prozessen und Ereignissen. Dabei folgt das Planelement, das mit der Pfeilspitze des Kontrollflusses verankert ist auf das Planelement, das mit dem unmarkierten Ende des Kontrollflusses verankert ist.
Im Beispiel folgt der Prozesschritt "Kundendaten suchen" auf das Ereignis "Kunde möchte Bestellung aufgeben".

Zugriff

Zugriff Ein Kontrollfluss zwischen einem Speicher und einem Prozessschritt erzeugt eine Zugriffsbeziehung zwischen diesen Planelementen. Dabei entscheiden die Pfeilspitzen des Kontrollflusses über die Leserichtung.
Im Beispiel wird der Speicher "Bestellposition" vom Prozessschritt "Kundenauftrag erfassen" gelesen.

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